Neunerlei Erzgebirge – 9 Speisen, Tradition & Handarbeit aus dem Erzgebirge
Neunerlei im Erzgebirge – 9 traditionelle Speisen, Weihnachtsbräuche und mein handgemachter Keramikteller
Neun Speisen, alte Weihnachtsbräuche und ein besonderer Keramikteller – das erzgebirgische Neunerlei verbindet Tradition, Familie und die Wünsche für ein gutes neues Jahr.- Neunerlei Erzgebirge –
Das Neunerlei, im Erzgebirge auch Neinerlaa genannt, ist ein traditionelles Weihnachtsessen, das am Heiligabend in vielen Familien im Erzgebirge, Vogtland und Egerland auf den Tisch kommt.
Es besteht aus neun verschiedenen Speisen, denen jeweils eine symbolische Bedeutung zugeschrieben wird. Sie sollen unter anderem Glück, Gesundheit, Wohlstand und ein gutes neues Jahr bringen.
Auch bei uns zu Hause gehört das traditionelle Neunerlei fest zum Weihnachtsfest. Besonders unsere Linsen und die weihnachtlich gewürzten Bratwürste vom einheimischen Fleischer dürfen dabei nicht fehlen.
Als Keramikerin aus Brand-Erbisdorf bei Freiberg liegt mir diese Tradition besonders am Herzen. Deshalb habe ich einen eigenen Neunerlei Teller aus Keramik entwickelt, der speziell für das erzgebirgische Weihnachtsessen gestaltet ist.

Was ist das traditionelle Neunerlei im Erzgebirge?
Das Neunerlei ist ein überlieferter Weihnachtsbrauch, bei dem neun unterschiedliche Speisen gemeinsam serviert werden.
Die Zahl Neun gilt in manchen Überlieferungen als Zahl des dreifachen Glücks, denn sie setzt sich aus drei mal drei zusammen.
Früher verbanden die Menschen mit den einzelnen Gerichten Wünsche und Hoffnungen für das kommende Jahr. So sollten beispielsweise Linsen für Kleingeld und Klöße für größeren Wohlstand sorgen.
Die genaue Zusammenstellung unterscheidet sich allerdings von Region zu Region und von Familie zu Familie. Deshalb gibt es nicht das eine verbindliche Neunerlei-Rezept.
Gerade diese unterschiedlichen Familienrezepte machen den Weihnachtsbrauch bis heute so besonders.
Welche 9 Speisen gehören zum erzgebirgischen Neunerlei?
Traditionell werden neun Speisen serviert. Dabei besitzt jede eine symbolische Bedeutung, die sich je nach regionaler Überlieferung unterscheiden kann.
Die traditionellen Speisen und ihre Bedeutung
- Bratwurst: Steht in manchen Überlieferungen für Kraft, Herzenswärme und Lebensfreude.
- Kartoffelklöße: Symbolisieren großes Geld und Wohlstand. Einer alten Überlieferung zufolge soll man die Klöße nicht zählen.
- Linsen oder Hirse: Stehen für Kleingeld und finanziellen Segen im neuen Jahr.
- Sauerkraut oder Rotkraut: Werden mit Gesundheit, Lebensfreude und einer guten Ernte verbunden.
- Gänsebraten, Schweinebraten oder Kaninchen: Sollen Glück und Wohlstand bringen.
- Rote Bete: Steht traditionell für Schönheit, rosige Wangen und Gesundheit.
- Sellerie: Gilt in manchen Überlieferungen als Symbol für Fruchtbarkeit und Manneskraft.
- Semmelmilch: Eine süße Speise aus eingeweichten Semmelstücken, Milch, Zucker und häufig Zimt. Ihr wurde früher eine schützende Wirkung gegen Erkältungen zugeschrieben.
- Nüsse oder Mandeln: Werden mit einem guten und möglichst sorgenfreien Lebensweg verbunden.
- Pilze, Kompott oder Hagebuttensuppe: Stehen je nach Überlieferung für Freude, Glück und neue Kraft.
Diese Auswahl enthält bewusst mehr als neun mögliche Bestandteile, da sich die traditionellen Gerichte regional unterscheiden. Jede Familie stellt daraus ihre eigenen neun Speisen zusammen.
Alte Bräuche rund um das erzgebirgische Neunerlei
Zum Neunerlei gehören nicht nur die Speisen selbst. Auch verschiedene Rituale und Tischregeln wurden über Generationen weitergegeben.
Warum sind es beim Neunerlei genau neun Speisen?
Die Zahl Neun gilt in manchen Überlieferungen als besonders glückbringend. Sie wird auch als dreifache Drei verstanden und symbolisch mit Glück und Vollständigkeit verbunden.
Deshalb sollten am Heiligabend neun unterschiedliche Speisen auf dem Tisch stehen.
Ein Geldstück unter dem Teller
Ein bekannter Brauch besteht darin, unter jeden Teller eine Münze zu legen.
Sie soll symbolisch dafür sorgen, dass das Geld im kommenden Jahr nicht ausgeht und Wohlstand im Haus bleibt.
Von allen neun Speisen kosten
Einer weiteren Überlieferung zufolge sollte jeder am Tisch von allen neun Speisen etwas probieren.
Außerdem sollte man während des Essens möglichst nicht aufstehen, damit das Glück im kommenden Jahr erhalten bleibt.
Ein zusätzliches Gedeck für einen Gast
In manchen Familien wurde früher ein zusätzlicher Platz am Tisch freigehalten.
Er stand symbolisch für Gastfreundschaft und die Bereitschaft, auch einen unerwarteten Besucher am Weihnachtsessen teilhaben zu lassen.
Nicht alle diese Bräuche werden heute noch gepflegt. Dennoch gehören sie zur reichen Weihnachtstradition des Erzgebirges.
Unser Neunerlei zu Weihnachten – Linsen und besondere Weihnachtsbratwürste
Auch in unserer Familie gehört das traditionelle Neunerlei fest zum Heiligabend.
Jedes Jahr freuen wir uns auf die besonderen Speisen, die es in dieser Zusammenstellung nur zu Weihnachten gibt.
Vor allem zwei Bestandteile dürfen bei uns nicht fehlen: die traditionellen Neunerlei-Linsen und die besonderen Weihnachtsbratwürste vom einheimischen Fleischer.
Traditionelle Neunerlei-Linsen – keine gewöhnliche Linsensuppe
Wer bei den Linsen an eine klassische Linsensuppe denkt, liegt falsch.
Die Linsen, die bei uns zum Neunerlei gehören, sind eine eigenständige Beilage und nicht mit einer gewöhnlichen Linsensuppe vergleichbar.
Für uns gehören sie genauso selbstverständlich zum Weihnachtsessen wie die Klöße und die besonderen Bratwürste.
Traditionell gelten Linsen aufgrund ihrer Form als Symbol für Münzen und damit für Wohlstand im kommenden Jahr.
Erzgebirgische Weihnachtsbratwürste mit besonderer Mehlkruste
Eine weitere Besonderheit unseres Weihnachtsessens sind die festlich gewürzten Weihnachtsbratwürste von einem einheimischen Fleischer.
Diese Bratwürste werden speziell für die Weihnachtszeit hergestellt. Ihre besondere Würzung unterscheidet sie von gewöhnlichen Bratwürsten, die man das ganze Jahr über kaufen kann.
Auch die Zubereitung ist etwas Besonderes.
Bevor die Weihnachtsbratwürste in die Pfanne kommen, wälzen wir sie in Mehl. Anschließend braten wir sie, bis sich außen eine schöne Mehlkruste bildet.
Gerade diese Kruste macht die Bratwürste für uns so unverwechselbar. Zusammen mit der weihnachtlichen Würzung entsteht ein Geschmack, den wir ganz fest mit unserem Weihnachtsessen verbinden.
Es sind genau solche kleinen Besonderheiten, die das Neunerlei von Familie zu Familie unterschiedlich und gleichzeitig so wertvoll machen.
Warum wir diese Weihnachtstradition bewahren
Für uns ist das Neunerlei nicht einfach nur ein Essen mit neun verschiedenen Gerichten.
Es gehört zum Weihnachtsfest und erinnert an die Traditionen, mit denen wir aufgewachsen sind.
Die besonderen Linsen, die Weihnachtsbratwürste mit ihrer Mehlkruste und die weiteren Speisen machen den Heiligabend jedes Jahr zu etwas Besonderem.
Deshalb ist es uns wichtig, diesen Brauch weiterhin zu pflegen.
Warum ich einen eigenen Neunerlei Teller aus Keramik entwickelt habe
Die Idee zu einem Neunerlei Teller entstand bereits Anfang des Jahres, als mich eine Freundin fragte:
„Töpferst du eigentlich auch Neunerlei Teller?“
Diese Frage brachte mich zunächst dazu, verschiedene Servierplatten aus Keramik zu gestalten.
Doch die ursprüngliche Idee eines Tellers speziell für das traditionelle erzgebirgische Weihnachtsessen blieb bestehen.
Da wir selbst jedes Jahr Neunerlei essen, wusste ich, worauf es bei der Aufteilung ankommt. Die verschiedenen Beilagen sollten ihren eigenen Platz bekommen, während in der Mitte genügend Raum für den Braten bleibt.
Deshalb habe ich einen handgemachten Neunerlei Teller mit neun äußeren Vertiefungen und einer großen ovalen Mitte entwickelt.
Mein Wunsch war es, einen Teller zu schaffen, der nicht nur schön aussieht, sondern auch zu unserem traditionellen Weihnachtsessen passt.
So habe ich die 10 Vertiefungen meines Neunerlei Tellers geplant
Bei der Gestaltung habe ich mir überlegt, wie sich das traditionelle Weihnachtsessen auf einem einzigen Teller anrichten lässt.
Dabei entstand eine besondere Form mit insgesamt zehn Vertiefungen.
Eine große ovale Mitte für den Gänsebraten
Die große Vertiefung in der Mitte habe ich bewusst für den Gänsebraten vorgesehen.
Alternativ bietet sie auch Platz für andere Bratengerichte. Durch die ovale Form bekommt das Hauptgericht einen eigenen Bereich, während die verschiedenen Beilagen rundherum liegen.
Neun äußere Vertiefungen für Klöße und weitere Beilagen
Rund um die große Mitte befinden sich neun kleinere Mulden.
Zwei davon habe ich beispielsweise für jeweils einen Kloß vorgesehen. Die sieben weiteren Vertiefungen bieten Platz für:
- Sauerkraut
- Unsere besonderen Weihnachtsbratwürste mit Mehlkruste
- Traditionelle Neunerlei-Linsen
- Rotkohl
- Hering
- Sellerie
- Backpflaumenkompott
So lassen sich die verschiedenen Speisen übersichtlich anrichten, ohne dass sich die Beilagen miteinander vermischen.
Natürlich kann jede Familie die Vertiefungen ganz nach ihren eigenen Rezepten und Weihnachtstraditionen füllen.
Genau das war mir bei der Entwicklung wichtig: ein Neunerlei Teller, der sich an die unterschiedlichen Familienbräuche anpasst.
Handgemachter Neunerlei Teller aus meiner Keramikwerkstatt im Erzgebirge
Mein neuer Neunerlei Teller misst ca. 35 × 30 cm und entsteht in meiner kleinen Keramikwerkstatt in Brand-Erbisdorf bei Freiberg.
Jeden Teller fertige ich einzeln von Hand. Dabei arbeite ich die zehn Vertiefungen sorgfältig aus und achte darauf, dass eine harmonische Gesamtform entsteht.
Nach dem Trocknen erhält die Keramik ihren ersten Brand. Anschließend glasiere ich den Teller von Hand, bevor er ein weiteres Mal gebrannt wird.
Warme, cremeweiße Glasur mit feinen Sprenkeln
Für meinen Neunerlei Teller habe ich eine warme, cremeweiße Glasur mit dezenten Sprenkeln gewählt.
Diese Farbgebung passt besonders schön zu einer festlich gedeckten Weihnachtstafel. Gleichzeitig bleibt sie bewusst schlicht, damit die Speisen im Mittelpunkt stehen.
Die hochwertige Glasur trage ich mit dem Pinsel in mehreren Schichten auf. Dadurch entstehen feine Farbnuancen, die jedes Stück individuell machen.
Da ich jeden Teller von Hand fertige, können kleine Unterschiede in Form und Glasur entstehen. Genau diese Besonderheiten gehören für mich zur echten Handwerkskunst.
Lebensmittelechte Keramik für das Weihnachtsessen
Meine Keramik soll nicht nur schön aussehen, sondern auch im Alltag überzeugen.
Deshalb lege ich großen Wert auf hochwertige Materialien und eine sorgfältige Verarbeitung.
Die Glasur wurde in einem unabhängigen Glasurlabor auf Lebensmitteleignung geprüft. Außerdem liegt eine entsprechende Konformitätserklärung vor.
Der Neunerlei Teller ist spülmaschinen- und mikrowellengeeignet, sodass er auch nach dem Weihnachtsessen unkompliziert gereinigt werden kann.
Neunerlei Teller aus Keramik kaufen – handgemacht im Erzgebirge
Ein handgemachter Neunerlei Teller ist mehr als ein gewöhnlicher Weihnachtsteller.
Er verbindet einen überlieferten Brauch mit echter Handwerkskunst aus dem Erzgebirge.
Besonders für Familien, die jedes Jahr am Heiligabend Neunerlei essen, kann ein solcher Teller zu einem festen Bestandteil der Weihnachtstradition werden.
Auch als Geschenk für Eltern, Großeltern oder Menschen, die ihre erzgebirgische Heimat lieben, ist er eine schöne Idee.
Entdecke meinen handgemachten Neunerlei Teller aus Keramik im Onlineshop.
Erzgebirgische Weihnachtstradition auf dem Freiberger Christmarkt erleben
Das Erzgebirge ist weit über seine Grenzen hinaus für seine besonderen Weihnachtstraditionen bekannt.
Neben Schwibbögen, Räuchermännchen und Bergparaden gehört auch das Neunerlei-Essen zu den Bräuchen, die viele Menschen mit ihrer Heimat verbinden.
Wer die Weihnachtszeit im Erzgebirge erleben möchte, sollte den Freiberger Christmarkt besuchen.
Vom 24. November bis 22. Dezember 2026 bin ich dort mit meiner handgemachten Keramik vertreten.
So kannst du meine Keramikstücke auch persönlich entdecken und die unterschiedlichen Glasuren aus der Nähe betrachten.
Fazit: Ein Stück erzgebirgische Weihnachtstradition aus meiner Keramikwerkstatt
Das traditionelle Neunerlei gehört für uns jedes Jahr zum Weihnachtsfest.
Besonders unsere Neunerlei-Linsen und die festlich gewürzten Weihnachtsbratwürste mit ihrer besonderen Mehlkruste sind für uns untrennbar mit dem Heiligabend verbunden.
Mit meinem neuen Neunerlei Teller aus Keramik möchte ich dieser Tradition einen besonderen Platz auf der Weihnachtstafel geben.
Die große ovale Mitte für den Gänsebraten und die neun äußeren Vertiefungen für Klöße und weitere Beilagen habe ich bewusst für das traditionelle Weihnachtsessen gestaltet.
So ist ein Keramikstück entstanden, das meine Freude am Töpfern mit unserer eigenen Familiengeschichte und den Weihnachtsbräuchen des Erzgebirges verbindet.
Ein Stück Heimat. Ein Stück Handwerkskunst. Ein Stück Weihnachtstradition.
Mit Liebe handgefertigt bei Keramikbrand in Brand-Erbisdorf im Erzgebirge.
